2017-09-13 11:45:00 - Erbschaftsteuer planen und vermeiden

Erbschaftsteuer planen und vermeiden
13.09.2017

Frage: Ich bin das einzige Kind meiner Eltern und werde voraussichtlich auch ihr alleiniger Erbe. Meine Mutter hat kein wesentliches Vermögen, mein Vater jedoch besitzt einiges an Immobilien, insbesondere auch ein sehr wertvolles Mehrfamilienhaus. Ich habe die Befürchtung, dass ich einmal sehr viel Erbschaftsteuer zahlen muss und frage mich daher, ob es hier nicht Möglichkeiten gibt, vorzubeugen.

Antwort: Ob und wie viel Erbschaftsteuer verlangt werden kann, hängt natürlich zunächst einmal vom Wert des geerbten Vermögens, aber auch von der (zufälligen) Reihenfolge des Versterbens der Eltern und der eventuellen Existenz eines Testamentes ab. Grundsätzlich hat ein Kind, das von den Eltern erbt, zunächst einen Freibetrag von € 400.000,00 (nach jedem Elternteil), der jedoch schnell erreicht sein kann. Von speziellen Ausnahmen abgesehen, unterliegt alles darüber hinaus der Erbschaftsteuer. Sollte z.B. die Mutter vor dem Vater sterben, so erbt das Kind später das ganze Vermögen vom Vater. Stirbt der Vater vor der Mutter, so würde - ohne Testament aufgrund gesetzlicher Vorgabe - im vorliegenden Fall die Mutter die Hälfte erben (Freibetrag der Mutter mindestens € 500.000,00) und das Kind die andere Hälfte (Freibetrag € 400.000,00). In diesem Fall kann das Kind, beim späteren Ableben der Mutter, nochmals den Freibetrag in Höhe von € 400.000,00 nach der Mutter in Anspruch nehmen. Allein die Zufälligkeit, welcher Elternteil zuerst verstirbt, kann also erheblichen Einfluss auf die Höhe der Erbschaftsteuer haben. Natürlich kann auch die Gestaltung eines Testamentes (des Vaters) großen Einfluss auf die Höhe der Erbschaftsteuer haben, wenn eine geschickte Nachfolgegestaltung gewählt wird.

Tipp: Bei der Vererbung von größeren Vermögen ist eine frühzeitige Planung von größter Bedeutung. Durch Vermögensübertragungen zu Lebzeiten, sowohl an den Ehepartner aber auch an die Kinder, können Erbschaftsteuern in erheblichem Umfang gemindert oder ganz vermieden werden. Der erfahrene Berater kennt eine Vielzahl von Gestaltungsvarianten. So sollte z.B. auch die Möglichkeit, im Abstand von 10 Jahren wiederholt die vollen Steuerfreibeträge in Anspruch nehmen zu können, bedacht werden. In jedem Fall heißt es aber frühzeitig zu handeln.